Prinzengarde Kempen 1978 e.V.

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Die ganze Feuerwehr ist jetzt ein Ehrenleutnant

Jubel, Trubel Heiterkeit, und das bereits am zweiten Tag des neuen Jahres. Dafür war der Uniformappell im Kolpinghaus verantwortlich. Im proppenvollen Saal erlebten gut 600 Freunde des Kempener Karnevals ein „närrisches Tollhaus der Extraklasse.“ Zwei Hauptakteure ragten an diesem Abend heraus. Büttenredner, Laudator und Bürgermeister Volker Rübo und der Geehrte, der 18. Ehrenleutnant der Prinzengarde Franz-Heiner Jansen, der noch in diesem Jahr närrische 55 Jahre alt wird.

Um 19.45 Uhr betrat Prinzengarde-Chef Heiner Hermans die Bühne und begrüßte die Gäste auch „zum Neujahresempfang“. Nach dem Einzug der fast kompletten Kempener Feuerwehr, einschließlich der Funkenartillerie der Blauröcke passte keine Maus mehr auf die Bühne. Man hätte fast meinen können, es sei ein „großer Kameradschaftsabend“ der Blauröcke mit Zuschauerbeteiligung.

Von „tollen Wochen“ für Kempen sprach Heiner Hermans, der auch das designierte Prinzenpaar ut Zint Huppert, Rainer und Angelika Pasch nebst ihren Kindern „in Zivil“ begrüßen konnte. Den ersten donnernden und verdienten Beifall konnte der Nachwuchs der Prinzengarde einheimsen, denn der tanzte sich in wenigen Minuten „in die Herzen“ der wohl 600 bis 700 Besucher, die sogar die Tanzfläche bevölkerten. Die Gardepänz sind ein „leuchtender Stern“ am Kempener Narrenhimmel.

Mit einem dicken Lob für die Prinzengarde begann Volker Rübo seine Laudatio, die immer wieder von Applaus begleitet wurde, auf den neuen Ordensträger. Rübo bescheinigte den Gardisten ein „Juwel im kempschen Fastelär“ zu sein. Doch Rübo hatte sehr schnell die Kurve bekommen zum neuen Ehrenleutnant. Mit kurzen, gekonnten Strichen zeichnete er ein Bild von Franz-Heiner Jansen - der Schmalbroicher sei von seiner ländlichen Umgebung geprägt: „Er hat die Gelassenheit und eine gewisse Sturheit von den Kühen und von den Kohlköpfen das kräftige Wachstum.“ Ein Pfundskerl sei der gebürtige Schmalbroicher, die Tag für Tag „auf Kühe und Kohlköpfe“ schauen können. Rübo verriet, dass der gelernte Landwirt immer schon zur Feuerwehr wollte. Leider sei in der Schmalbroicher Wehr zunächst kein Platz für ihn frei gewesen. Das habe sich erst geändert, nachdem er in den Genneper-Clan eingeheiratet habe. Sein „schwierigster Lebensabschnitt“ sei gewesen, so Laudator Volker Rübo, als Franz-Heiner Jansen „drei Wochen von Kempen und Schmalbroich weg war“, zum Feuerwehrlehrgang. Da habe er „schrecklich viel Heimweh“ gehabt.

Urkunde und Kappe bekam Franz-Heiner Jansen überreicht, der eigentlich zunächst die Ehrung nicht annehmen wollte. Er ließ das begeisterungsfähige und beifallsfreudige närrische Publikum wissen, dass er „immer schon Feuerwehrmann“ werden wollte. Und er verlieht seiner Freude darüber Ausdruck, dass in Ziegelheide für die Wehr „neu gebaut“ wird. Franz-Heiner Jansen sah sich als „Häuptling der Blauröcke“, doch stellte er im nächsten Satz fest: „Was ist ein Häuptling ohne seine Indianer?“ Daher sah Franz-Heiner Jansen, der „Feuerwehrmann mit Herz, Gefühl, Heimatbewusstsein und Sachkenntnis“ seine Ehrung als „Ehrung für die Gesamtwehr.“ Das betonte er mehrfach. Man spürte zu jeder Minute, dass das Hobby von Franz-Heiner neben der Wehr die Geselligkeit ist. Und dann wurde spekuliert: Gibt es in drei Jahren einen Prinz Karneval aus der ehemaligen Landgemeinde Schmalbroich? Woher hat Franz-Heiner seine tänzerischen Fähigkeiten? Auch die Funkenartillerie bewies ihr tänzerisches Können auf der vollbesetzten Kolpinghausbühne. Und Franz-Heiner tanzte und sang, als wäre er gerade mal 33, statt 55.

Pickel und Ehrenlaub

Mit reichlich Pickel und Ehrenlaub wurden beim traditionellen Uniformappell Gardisten oder Tanzmariechen für ihre langjährige Mitgliedschaft an den Schulterklappen ihrer Uniform ausgezeichnet.

Den ersten Pickel (drei Prinzen) erhielten Peter van der Bloemen, Hans Peter van der Bloemen, Christoph Dellmans, Christoph Impelmanns, Eugen Saberniak, Bastian Walden, Laura Willmen und Alessa Gerdes. Drei Pickel für die Gardeuniform bekamen Georg Funken, Stefan Emmers und Nils Leenen.

Heiner Hermans, der 1. Vorsitzende der Garde, erhielt das Eichenlaub mit einem goldenen Stern. Die Ehrung für Martin Peelen ragte heraus. Der Schreinermeister, der sich für diese Saison eine neue Uniform zugelegt hat, gehört der Garde seit 1974 an und bekam das Eichenlaub mit zwei goldenen Sternen.

Ein kerniger Bursche vom Lande
wird neuer Ehrenleutnant

Der 18. Ehrenleutnant wurde am vergangenen Freitag 26.06.2015 bekannt gegeben. Der Vorsitzende der Prinzengarde Kempen, Heiner Hermans, stellte den anwesenden Ehrenleutnants den „Neuen“ in ihrer Runde vor. Dort, wo die Prinzengarde stets den Karnevals-Dienstag in interner Runde feiert, fand nun der offizielle Akt bei Jüppi Trienekens statt. Franz-Heiner Jansen, Wehrführer der Gesamtwehr Kempen, wird im kommenden Jahr die Runde der Ehrenleutnants erweitern. Standesgemäß wurde er mit einem Feuerwehr-fahrzeug vorgefahren, so dass er schnell, wie die Feuerwehr, in den Kreis aufgenommen werden konnte.

Heiner Hermans gratulierte als erster zur Ernennung und gab im Anschluss bekannt, warum er zum neuen Ehrenleutnant ernannt wurde. Manchmal, so Hermans scherzend, kommt die Prinzengarde schon in Sorgen und Nöte, es brennt schon mal an allen Ecken und Kanten und dann einen erfahrenen Feuerwehrmann in seinen Reihen zu wissen, beruhigt die Lage. Sodann erläuterte er jedoch den wahren Grund. Jansen sei ein Pfundskerl, mit dem man Pferde stehlen könne. In all den Jahren habe Jansen stets der Prinzengarde mit Rat und Tat bei Planungen zur Seite gestanden. Stellvertretend für alle Feuerwehrkameraden sei Jansen die Ehre zuteil geworden, da ohne die Feuerwehr die Sicherheit bei allen Veranstaltungen und der reibungslose Ablauf nicht gewährleistet werden könnten. Als Dank und Anerkennung sei Jansen nun mit dabei. Aber auch persönlich sei der Feuerwehrchef ein Mensch, den er gerne in die Reihen der Prinzengarde mit aufgenommen hätte. Zudem kenne er viele Wege ins Rathaus, die beim Rathaussturm im kommenden Jahr sicherlich hilfreich sein könnten.

Wer ihn kennt, weiß, dass er Kempen und vor allem seine Heimat Schmalbroich liebt und lebt. Mit seiner Frau Margret und seinen beiden Kindern lebt er heute noch auf dem elterlichen Hof, von dem er sich nicht trennen konnte. Jansen hat dort inzwischen eine Halle umgebaut und hat dort mit seiner Familie sein zu Hause gefunden. Wenn er gerade nicht die feuerwehrmäßigen Verwaltungsarbeiten erledigt, auf Einsatzfahrt ist oder bei einer der zahlreichen Fort- und Informationsveranstaltungen, nimmt er sich sein Rad, seltener auch sein Motorrad, und fährt mit seiner Frau durch seine Heimat oder pflegt einfach seine Freundschaften und die nachbarschaftlichen Kontakte. Leider, so Jansen, sind diese Momente durch seinen Beruf und sein Engagement als Wehrführer eher seltener geworden. Er verbringt gerne Zeit mit seiner Familie und ist mit Freunden. Wenn es heißt „Es gibt etwas in Kempen zu feiern“, ist er mit dabei und hat stets das wache Auge eines Feuerwehrmannes. Er ist stolz und dankbar auf das, was seine Kameraden im Bereich der Feuerwehr ehrenamtlich leisten. Nun freut er sich darauf, ein Teil des Kempener Karnevals zu sein.